Hospizlotse

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Fragen & Antworten

Allgemeine Fragen zum Hospizlotsen

  • Der Hospizlotse wurde vom Verband der Ersatzkassen e. v. (vdek) entwickelt und ist eine einfach zu bedienende Suchmaschine im Internet (www.hospizlotse.de). Das Portal informiert über bundesweite Begleitungs- und Versorgungsangebote der Hospiz- und Palliativversorgung. Es finden sich Kontaktdaten von ambulanten Hospizdiensten, stationären Hospizen für Erwachsene, stationären Kinderhospizen, Ärzten mit einer spezialisierten Weiterbildung in Palliativmedizin, Pflegediensten mit einer spezialisierten Weiterbildung in Palliative-Care, multiprofessionellen und interdisziplinären Versorgungsteams (z. B. SAPV-Teams). Der Hospizlotse soll dazu beitragen, dass betroffene schwerstkranke Menschen am Ende ihres Lebens – unabhängig von ihrer zugrundeliegenden Erkrankung, ihrer jeweiligen persönlichen Lebenssituation oder ihres Lebensmittelpunktes – unmittelbar Kontaktdaten zu Angeboten einer hospizlichen Begleitung, Beratung, Betreuung und palliativmedizinischen und palliativpflegerischen Versorgung finden. Damit kann der Hospizlotse den Betroffenen und der ihnen nahe stehenden Personen unterstützen, innerhalb kurzer Zeit einen Leistungserbringer zu finden, der sich um seine besonderen individuellen Bedarfe und Wünsche unmittelbar kümmert.

  • Die Kontaktdaten basieren u. a. auf Verträge zwischen den Krankenkassen und den Leistungserbringern der Palliativ- und Hospizversorgung im jeweiligen Bundesland. Ambulante Hospizdienste erbringen ihre Leistungen allerdings nicht auf der Grundlage eines Vertrages. Sie werden auf Antragstellung durch die Krankenkassen gefördert und erhalten einen Zuschuss zu den Personal- und Sachkosten. Die Kontaktdaten von ambulanten Hospizdiensten erhält der vdek durch seinen Kooperationspartner, den Deutschen Hospiz- und PalliativVerband (DHPV).

  • Die Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen ist kein Wettbewerbsfeld für die Ersatzkassen. Vor diesem Hintergrund werden keine Fotos zum Leistungserbringer im „Hospizlotsen“ veröffentlicht. Der schwerstkranke und sterbende Mensch soll sich in erster Linie nicht durch Fotos der Leistungserbringer leiten lassen. Dafür wird die Internetadresse – sofern bekannt – angegeben, unter dieser sich der Betroffene über den Leistungserbringer bei Bedarf informieren kann.

  • In Deutschland sind Palliativstationen als eigenständige oder integrierte Einheiten an Krankenhäusern eingerichtet, die aus multiprofessionellen Teams bestehen. Diese Teams bestehen auf den Stationen u. a. aus in Palliativmedizin qualifizierten Ärzten, Pflegern, Sozialarbeitern, Psychologen und weiteren. Die Kontaktdaten aller Krankenhäuser stehen über den vdek-Kliniklotsen zur Verfügung.

    (www.vdek-kliniklotse.de).

  • Stationäre Hospize sind baulich, organisatorisch und wirtschaftlich selbständige Einrichtungen mit einem eigenen Versorgungsauftrag für Menschen mit unheilbaren Krankheiten in ihrer letzten Lebensphase. Sie sind damit nicht Bestandteil einer stationären Pflegeeinrichtung oder eines Krankenhauses. Besteht Bedarf an einem Hospizaufenthalt, ist eine Krankhausbehandlung nicht mehr erforderlich und eine häusliche Versorgung – auch nicht durch ein Team der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung – nicht mehr möglich. Im stationären Hospiz wird die notwendige palliativärztliche Behandlung gewährleistet.

    In zugelassenen stationären Pflegeeinrichtungen gehören pflegerische Maßnahmen der Sterbebegleitung zur pflegerischen Versorgung und Betreuung nach dem allgemein anerkannten Stand medizinisch-pflegerischer Erkenntnisse dazu. Für die medizinische Versorgung koordinieren stationäre Pflegeeinrichtungen die Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten, damit die ärztliche Betreuung – auch bei Bedarf einer Palliativversorgung – gewährleistet ist.

  • Stationäre Kinderhospize haben einen eigenständigen Versorgungsauftrag für Kinder mit einer lebensverkürzenden Erkrankung, indem sie das kranke Kind und in der Regel die Eltern und Geschwister begleiten. Besonders geschultes Personal übernimmt die palliative, psychosoziale sowie seelsorgerische Versorgung. Kinderhospize sind auf die Bedürfnisse und Wünsche schwerstkranker und sterbender Kinder durch ein individuelles Einrichtungskonzept ausgerichtet. Kinderhospize sind nicht Bestandteil eines Krankenhauses, einer stationären Pflegeeinrichtung oder eines stationären Hospizes für Erwachsene.

  • Die hospizliche Versorgung und Begleitung in einem stationären Hospiz ist für gesetzlich Krankenversicherte, die die Grundvoraussetzungen für die Aufnahme erfüllen, kostenlos. Ein finanzieller Eigenanteil fällt nicht an.

    Der Aufenthalt im Hospiz wird nicht verordnet. Er bedarf allerdings einer schriftlichen Notwendigkeitsbescheinigung durch eine Vertragsärztin oder eines Vertragsarztes oder einer Krankenhausärztin oder eines Krankenhausarztes.

  • Die Fahrkosten einschließlich der Transporte werden bei der Aufnahme in ein stationäres Hospiz oder der Entlassung durch die Krankenkasse unter Anrechnung des Zuzahlungsbetrages nach § 61 SGB V übernommen, wenn sie im Zusammenhang mit einer Leistung der Krankenkasse aus zwingenden medizinischen Gründen notwendig sind.

  • Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung dient dem prioritären Ziel, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung von schwerstkranken und sterbenden Menschen so weit wie möglich zu erhalten, zu fördern, zu verbessern und ihnen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod an ihrem Lebensmittelpunkt (z. B. in der Häuslichkeit, in der stationären Pflegeeinrichtung) zu ermöglichen. Spezialisierte Teams (SAPV-Teams, Palliative-Care-Teams) versorgen den Betroffenen, wenn die Intensität oder Komplexität der aus dem Krankheitsverlauf resultierenden medizinischen und pflegerischen Probleme die Versorgung notwendig machen. SAPV-Leistungen bestehen aus palliativärztlichen und palliativpflegerischen Leistungen. Für die SAPV-Leistungen mit ihren vier Leistungsbestandteilen: Beratung, Koordination, Teilversorgung, Vollversorgung bedarf es einer ärztlichen Verordnung. Die Leistungsbestandteile können je nach Bedarf einzeln verordnet werden. SAPV-Leistungen beinhalten keine Begleitleistungen (z. B. Sterbebegleitung, Trauerbegleitung von Angehörigen). Diese werden ergänzend neben dem SAPV-Team durch z. B. ambulante Hospizdienste erbracht. Das SAPV-Team koordiniert die Vernetzung mit den Leistungserbringern, die die Begleitleistungen erbringen.

  • Zugelassene häusliche Krankenpflegedienste (HKP-Dienste) können palliativpflegerische Leistungen erbringen. Die Leistung „Symptomkontrolle“ kann verordnet werden, sofern Versicherte noch keiner SAPV bedürfen, gleichwohl aber einen Bedarf an palliativpflegerischen Leistungen haben. Dies ist der Fall, wenn in enger Abstimmung mit der verordnenden Ärztin oder dem verordnenden Arzt der Verbleib in der eigenen Häuslichkeit gewährleistet werden kann. Neben der Leistung „Symptomkontrolle“ können dann alle notwendigen Leistungen der häuslichen Krankenpflege entsprechend dem Leistungsverzeichnis der Häuslichen Krankenpflege-Richtlinie bedarfsgerecht erbracht werden.