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Glossar

A

Ambulante Hospizdienste

Ambulante Hospizdienste erbringen eine individuelle am Bedarf des Betroffenen und seinen Zugehörigen notwendige psychosoziale Begleitung in der Häuslichkeit, in stationären Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung oder im Krankenhaus. Die Inanspruchnahme von Leistungen ambulanter Hospizdienste durch den Betroffenen ist kostenlos. Ambulante Hospizdienste bestehen aus hauptamtlichen Koordinationskräften und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Sie helfen, die Konfrontation mit dem bevorstehenden Sterben zu verarbeiten und die damit verbundenen Trauerprozesse zu begleiten. Die Krankenkassen fördern ambulante Hospizdienste durch einen Zuschuss zu den notwendigen Personal- und Sachkosten für das laufende Kalenderjahr. Bei den auf der Landesebene zuständigen Stellen der Krankenkassen können ambulante Hospizdienste bis zum 31.03. des Jahres einen Förderantrag stellen.

Ambulante Palliativversorgung (APV)

Hierunter wird die palliativmedizinische Basisversorgung durch Ärzte in der ambulanten häuslichen Versorgung verstanden, bei der es noch keiner tiefergehenden Spezialisierung zur Palliativmedizin der Ärzte bedarf, wie dies bei der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (vgl.SAPV) der Fall ist. Somit spricht man von der allgemeinen Palliativversorgung (APV) im Rahmen der Regelversorgung. Die Erkrankung der Versicherten ist häufig weit fortgeschritten, erreicht jedoch noch nicht die Anspruchsvoraussetzungen für den Bedarf an SAPV-Leistungen. Reichen die therapeutischen Möglichkeiten durch den Haus- oder Facharzt aber nicht mehr aus, um den Bedürfnissen der Versicherten gerecht zu werden, ist ggf. eine Versorgung mit SAPV-Leistungen notwendig.

B

Betäubungsmittel-Notfalldepots

SAPV-Teams (vgl.SAPV) und stationäre Hospize (vgl.Hospiz) sollen einen Notfallvorrat an Betäubungsmitteln für einen unvorhersehbaren, dringenden und kurzfristigen Bedarf vorhalten. Hierzu bedarf es einer Verordnung und einer lückenlosen Nachweisführung für die Aufnahme in den Notfallvorrat sowie der Entnahme. Der jeweilige Leistungserbringer kümmert sich dabei um die Verordnung durch einen Arzt. Zudem sind die Leistungserbringer verpflichtet, mit einer Apotheke die Belieferung für den Notfallvorrat schriftlich zu vereinbaren.

C

Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbende

Sie entstand in einem Zeitraum von ca. zwei Jahren und wurde im August 2010 veröffentlicht. Trägerorganisationen sind die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), der Deutsche Hospiz- und Palliativverband (DHPV) und die Bundesärztekammer (BÄK). Eine Vielzahl von gesundheits- und gesellschaftspolitischen Institutionen hat an der Entwicklung der Charta mitgewirkt. Die Charta formuliert mittels fünf Leitsätzen den IST-Versorgungszustand in der Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen und Handlungsbedarfe für die Zukunft in den jeweiligen Versorgungsstrukturen. Im Oktober 2016 folgten dann entsprechende Handlungsempfehlungen im Rahmen einer Nationalen Strategie zur Umsetzung der in der Charta formulierten Ziele und Selbstverpflichtungen.

vgl. www.charta-zur-betreuung-sterbender.de

 

D

Durchbruchschmerz

Durchbruchschmerzen werden unter Experten verstanden als „vorübergehende Verstärkung von Schmerzen bei Patienten mit relativ stabilem und angemessenen kontrolliertem Dauerschmerz“. Es handelt sich dabei um ein Symptom, das getrennt von der alltäglichen Schmerzsymptomatik betrachtet werden muss, die sonst mit einer Basistherapie behandelt wird. Das Symptom des Durchbruchschmerzes tritt häufig bei fortschreitender Erkrankung auf und kann mit bestimmten Ereignissen (z. B. durch das Gehen oder einer Wundversorgung) einhergehen bzw. spontan auftreten. Weiterhin können Durchbruchschmerzen am Wirkende der Dauerschmerztherapie durch den sinkenden Wirkstoffspiegel auftreten.(vgl.Symptome)

E

Ehrenamt

Die Hospizbewegung ist geprägt durch bürgerliches Engagement. In Deutschland starteten die ersten Hospizinitiativen in den 1980er Jahren. Ehrenamtliche begleiten sterbenskranke Menschen am Lebensende. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der psychosozialen und spirituellen Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen. Ehrenamtlich engagierte Bürger sind dabei überwiegend in einem ambulanten Hospizdienst oder in einem stationären Hospiz tätig. Hierzu benötigen sie einen Befähigungskurs. Das Tätigkeitsfeld von ehrenamtlich Tätigen im Hospiz- und Palliativbereich ist sehr vielfältig. Entsprechende Informationen erhält der an einem diesbezüglichen Ehrenamt Interessierte über die Koordinationskräfte in einem ambulanten Hospizdienst.

Exulzerierende Wunde

Die Lebensqualität eines schwerstkranken Menschen kann deutlich eingeschränkt sein durch eine nicht mehr heilende Wunde. Dazu gehören insbesondere „exulzerierende“ Wunden. Ziel der Palliativpflege ist es hier, nicht die Wunde heilen zu wollen, sondern die damit verbundenen Leiden deutlich durch fachliche Expertise zu lindern. Häufig liegen exulzerierende Wunden vor durch vorhandene Tumorzellen. Können diese aufgrund des fortgeschrittenen Stadiums nicht verringert werden, breiten sie sich immer weiter in der Haut aus. Dabei kommt es zur massiven Gewebezerstörung. Keime vermehren sich und es kommt zu Symptomen wie Blutungen, Geruchsbildung, Schmerzen. Das damit einhergehende Leiden für den Betroffenen ist offensichtlich (Scham, Rückzug, Isolation, Ekel). Der Bedarf an einer Wundversorgung steigt. Inwiefern die Leiden gelindert werden können, ist von den Pflegefachkräften des häuslichen Krankenpflegedienstes zusammen mit dem Betroffenen zu eruieren. Das subjektive Empfinden des Betroffenen ist entscheidend für die weitere Versorgung durch den Pflegedienst.

F

Fahrkosten

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für Fahrten und Transporte zu den Versorgungseinrichtungen, wenn sie im Zusammenhang mit einer Leistung der Krankenkasse aus zwingenden medizinischen Gründen notwendig ist. Die Fahrkosten für die Aufnahme in oder die Entlassung aus einem stationären Hospiz werden durch die Krankenkasse unter Berücksichtigung der Zuzahlungsregelungen nach § 60 SGB V übernommen.

G

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der GKV-Spitzenverband bilden den Gemeinsamen Bundesausschuss. Der Gemeinsame Bundesausschuss trifft seine Beschlüsse im Rahmen seiner gesetzlichen Aufgaben nach § 91 SGB V, einer Verfahrensordnung und einer Geschäftsordnung, die durch das Bundesministerium für Gesundheit genehmigt werden. Der G-BA beschließt die zur Sicherung der Versorgung erforderlichen Richtlinien über die Gewähr für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten. Welche Richtlinien dies sind, ergeben sich aus § 92 SGB V.

vgl. www.g-ba.de

H

Häusliche Krankenpflege (HKP-Leistung)

Die „Behandlungspflege“ wird auf der Grundlage der vom niedergelassenen Haus- oder Facharzt oder einem Krankenhausarzt verordneten Maßnahme als „häuslichen Krankenpflege“ durch einen zugelassenen häuslichen Krankenpflegedienst erbracht. Maßnahmen gemäß dem Leistungsverzeichnis der Häuslichen Krankenpflege-Richtlinie können z.B. sein: Wundversorgung, Symptomkontrolle, Medikamentengabe, u. w. Das Leistungsverzeichnis der HKP-Richtlinie ist abschließend. Es können nur Leistungen verordnet werden, die im Leistungsverzeichnis aufgeführt sind.

vgl. www.g-ba.de/informationen/richtlinien/

 

Heil-/Hilfmittel

Versicherte haben einen Anspruch auf Heil- und Hilfsmittel. Diese sind durch den Hausarzt zu verordnen, wenn sie notwendig sind. Die Heilmittelrichtlinie bzw. die Hilfsmittelrichtlinie des G-BA regelt das Nähere zu Inhalt und Verordnung dieser Leistungen. Bei der Verordnung hat der niedergelassene Haus- oder Facharzt bestimmte Kriterien zu beachten.

vgl. www.g-ba.de/informationen/richtlinien/

Hospiz

Ein stationäres Hospiz ist eine selbständige Einrichtung (nicht Pflegeeinrichtung, nicht Krankenhaus) mit einem eigenständigen Versorgungsauftrag, die für Menschen mit unheilbaren Krankheiten in der letzten Lebensphase die Palliativversorgung übernimmt. Die Räumlichkeiten sind auf die Bedürfnisse der schwerstkranken und sterbenden Menschen ausgerichtet. Hier findet eine umsorgende Pflege statt, die darauf hinzielt, den Sterbeverlauf zuzulassen und therapeutisch/pflegerisch Problemen entgegenzuwirken (z. B. die Linderung von Beschwerden). Das Personal in einem Hospiz setzt sich aus ausgebildeten Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen zusammen. Die ärztliche Betreuung übernehmen dabei vor Ort ansässige Hausärzte und/oder SAPV-Teams (vgl.SAPV), die mit dem Hospiz zusammenarbeiten. Das Hospiz hat die ärztliche Versorgung zu gewährleisten. Es gibt stationäre Hospize für Erwachsene und stationäre Kinderhospize. Der Aufenthalt in einem stationären Hospiz ist kostenlos. Die Gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten zu 95 v. H.; 5 v.H. Prozent der Kosten werden überwiegend durch Spenden vom Hospiz für die wirtschaftliche Versorgung selbst aufgebracht.

K

Konsiliardienst

Er setzt sich entweder ausschließlich aus Ärzten zusammen oder ist multiprofessionell im Krankenhaus tätig. Der Konsiliardienst stellt im Krankenhaus auf Wunsch einzelner Stationen diesen seine Kenntnisse und Erfahrungen unter anderem in Schmerztherapie, Symptomkontrolle, psychosozialer Begleitung zur Verfügung. Die Arbeit von Konsiliardiensten ist im Krankenhaus sehr unterschiedlich organisiert und abhängig von der Organisationsstruktur.

Koordinatorin/Koordinator

Koordinatorin/Koordinator sind hauptamtlich im ambulanten Hospizdienst beschäftigt und tragen die Verantwortung für den ambulanten Hospizdienst. Sie qualifizieren, koordinieren und unterstützen die Ehrenamtlichen im ambulanten Hospizdienst, die die hospizliche Begleitung u. a. in der Häuslichkeit übernehmen. Sie führen mit den Ehrenamtlichen Supervisionen durch.

Krankenhaus/Klinik

vgl.  www.vdek-kliniklotse.de

 

M

Multiprofessionell

Im Zuge der Palliativversorgung kann der Bedarf an weiteren Leistungserbringern neben niedergelassenen Haus- oder Fachärzten und Pflegefachkräften notwendig sein. So werden bei Bedarf z. B. Psychologen, Physiotherapeuten, Sozialarbeiter und andere in die Versorgung von Betroffenen einbezogen.

N

Netzwerke/-strukturen

An der Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen ist eine Vielzahl von Leistungserbringern beteiligt. Diese sind untereinander im Rahmen z. B. eines Palliativnetzwerkes vernetzt, so dass aufgrund krankheitsbedingter Verläufe unmittelbar auf die jeweiligen Leistungserbringer zugegriffen werden kann. Erhält der Betroffene z. B. SAPV-Leistungen, so können diese z. B. als Koordinationsleistung verordnet werden. Hierbei werden durch das SAPV-Team alle für die Versorgung des Betroffenen notwendigen spezialisierten und nicht spezialisierten Leistungserbringer und Berufsgruppen im Rahmen einer multiprofessionellen Zusammenarbeit im Rahmen eines multiprofessionellen Netzwerkes koordiniert.

Notfall in der Palliativmedizin

Unter den Palliativmedizinern wird die Notfall- bzw. Krisensituation verstanden als ein unvorhersehbares Auftreten einer bedrohlichen Situation, die eine unmittelbare Reaktion durch Palliativmediziner und Palliativpflegefachkräfte erfordert. Dabei stehen weniger die Fragen hinsichtlich diagnostischer und therapeutischer Abläufe als vielmehr die situative Angemessenheit der Versorgung im Vordergrund. Hierbei bedarf es unbedingt die umfassende Einschätzung der akut vorliegenden Symptome durch den Palliativmediziner. Ob der Bedarf einer SAPV-Versorgung notwendig ist, entscheidet der begleitende Hausarzt (vgl.SAPV).

P

Pädiatrische Palliativversorgung

Im Mittelpunkt stehen schwerstkranke und sterbende Kinder und Jugendliche, die an einer lebenslimitierenden und lebensbedrohlichen Erkrankung leiden. Dabei handelt es sich um Erkrankungen, bei denen es keine realistische Hoffnung auf Heilung gibt. Ziel ist es, den betroffenen Kindern und ihren Eltern/Familien in der besonderen Lebenssituation eine angemessene ärztliche, pflegerische, psychologische und soziale Begleitung zu ermöglichen. Die besonderen Verläufe der Erkrankungen und die damit einhergehenden Symptome werden durch spezialisierte Kinderärzte behandelt. Entlastungsangebote – z. B. im Kinderhospiz – sowie medizinisch-pflegerische und psychosoziale Betreuungsangebote stehen dort sowie zu Hause durch spezialisierte ambulante Kinderkrankenpflegedienste und Kinderhospizdienste zur Verfügung. Zudem gibt es SAPV-Teams zur Versorgung von Kinder und Jugendlichen (vgl.SAPV).

Palliativmedizin

Grundsätzlich versteht man darunter die medizinische Behandlung von Menschen, die an einer nicht heilbaren, progredienten und fortschreitenden Erkrankung leiden und deren Lebenserwartung begrenzt ist. Hauptziel der Palliativmedizin ist der Erhalt oder die Verbesserung der Lebensqualität. Bei der Palliativmedizin steht die symptomlindernde Behandlung im Fokus der Versorgung. Dabei sollen u. a. durch eine offene Kommunikation zwischen Palliativmediziner und Betroffenem auch Grenzen von Therapiemöglichkeiten sowie eine sinnvolle Therapiezieländerung aufgezeigt und besprochen werden.

Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist „Palliativmedizin ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit den Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen. Dies geschieht durch das Vorbeugen und Lindern von Leiden, die frühzeitige Erkennung, sorgfältige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen Problemen körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.“

Palliativmedizinischer Konsiliardienst (PKD)

„Palliativmedizinischer Konsiliardienst (PKD)“ steht für die in Westfalen-Lippe bestehende Versorgungsstruktur zur Palliativversorgung. An der ambulanten palliativmedizinischen Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Menschen teilnehmende Haus- und Fachärzte sind einem PKD zugeordnet, der durch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe anerkannt ist. In Westfalen-Lippe gibt es je Planungsbereich (kreisfreie Städte und Kreise) mindestens einen PKD. Ein PKD besteht aus mindestens vier palliativmedizinisch qualifizierten Ärzten. Für den jeweiligen PKD ist der PKD-Leiter zuständig.
 
 

Palliativpflege

Die Palliativpflege wird in Form von häuslicher Krankenpflege durch zugelassene häusliche Krankenpflegedienste erbracht. Palliativpflegerische Maßnahmen sind die „Symptomkontrolle“. Dafür bedarf es besondere Erfahrungen im Pflegedienst. Dieser arbeitet zudem eng mit dem niedergelassenen Hausarzt und ggf. einem ambulanten Hospizdienst zusammen. Der häusliche Krankenpflegedienst ist nah am Betroffenen und kann somit einschätzen, ob dieser einer „spezialisierten“ Versorgung bedarf, weil die Versorgung über das Maß der Regelversorgung hinaus einen sehr hohen Versorgungsumfang erreicht hat. Der versorgende häusliche Krankenpflegedienst kann ggf. durch das SAPV-Team unterstützt (in Form einer Beratungsleistung) oder sogar vollständig abgelöst werden, sofern eine Verordnung zur SAPV in Form einer Teil- bzw. Vollversorgung durch den niedergelassenen Haus- bzw. Facharzt ausgestellt wird.

Palliativstation

Sie ist räumlich und organisatorisch von einer anderen Krankenhausstation abgegrenzt und verfügt über mindestens fünf Betten. Es kann sich hier um eine nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz definierte „besondere Einrichtung“ handeln, die aus dem grundsätzlichen pauschalierten Entgeltsystem (DRG-System) ausgenommen ist. Eine Palliativstation wird von einem Arzt mit der Zusatzweiterbildung „Palliativmedizin“ geleitet. Zudem arbeitet sie multiprofessionell.

Patientenverfügung

Darin kann man seine medizinischen Behandlungswünsche definieren für den Fall, dass man zu einem unbestimmten Zeitpunkt nicht mehr selbst für sich darüber entscheiden kann. Man legt im Voraus fest, welche ärztlichen Maßnahmen bei einer Erkrankung bzw. im Notfall ergriffen werden sollen, falls man sich nicht mehr selbst äußern kann. Sie kann durch den Patienten zu jedem Zeitpunkt widerrufen werden, ohne dass es dazu der Schriftform bedarf. Allein durch ein Zeichen zum entscheidenden Zeitpunkt kann das im Voraus Verfügte durch den Betroffenen widerrufen werden, z. B. durch ein Zeichen mit den Augen oder durch ein Kopfnicken auf Frage eines (Not)arztes.

Pflegeeinrichtung

 vgl. www.pflegelotse.de

 

Pflegeversicherung

Sie leistet Pflegebedürftigen Hilfe, die wegen der Schwere der Pflegebedürftigkeit auf Leistungen aus der Pflegeversicherung angewiesen sind. In den Schutz der Pflegeversicherung sind alle Versicherten einbezogen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind. Die Leistungen der Pflegeversicherung sollen helfen, trotz eines individuellen Hilfebedarfs ein möglichst selbständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen, das der Würde des Menschen entspricht. (vgl. www.pflegelotse.de)

S

S3-Leitlinie "Palliativmedizin"

Bei S3-Leitlinien handelt es sich um eine Leitlinie mit allen Elementen einer systematischen Entwicklung durch Experten der jeweiligen medizinischen Fachgesellschaften. Die Empfehlungen in Leitlinien sind eindeutig und klar verständlich für Mediziner formuliert
Zudem haben sie einen klaren Bezug zur jeweils zutreffenden Behandlungssituation. So sollte die in der Leitlinie ausgesprochene Empfehlung konkrete und präzise Angaben darüber machen, welches Vorgehen in einer bestimmten Situation und für eine bestimmte
Patientengruppe gemäß der gefundenen Evidenz angemessen ist.

Im September 2014 wurde erstmals die S3-Leitlinie zur „Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“ veröffentlicht. Herausgeber ist die Arbeitsgemeinschaft der Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft e.V (DKG) und die Deutsche Krebshilfe e.V. (DKH), http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/128-001OL.html

Leitlinien der Mitgliedsgesellschaften der Arbeitsgemeinschaft der Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) werden in drei, auf die Entwicklungsmethodik bezogene Klassen, eingeteilt: S1-, S2-, S3-Leitlinie.
     

Sedierung (palliative)

Wenn Symptome den Betroffenen so sehr belasten, dass der Wunsch zur Lebensverkürzung aus Verzweiflung in den Vordergrund tritt, kann ein Palliativteam (bestehend aus Palliativmediziner und in Palliative-Care geschultes Pflegepersonal) eine palliative Sedierung zur Symptomkontrolle vornehmen. Dies ist keine aktive Sterbehilfe. Palliativmediziner sollen Betroffenen, die eine medizinisch indizierte Behandlung ablehnen, helfen, die Entscheidung zu überdenken.

Sozialdienst

Bei einem Sozialdienst handelt es sich überwiegend um einen Sozialdienst an einem Krankenhaus. In dem Sozialdienst arbeiten Sozialarbeiter und Sozialpädagogen, die die Krankenhauspatienten und deren Angehörige beraten. Der Sozialdienst, der überwiegend im Krankenhaus tätig ist, passt sich in Inhalt, Form und Ausübung der Beratung der jeweiligen Krankenhausform den Bedürfnissen der Patienten an. Er fügt sich in die organisatorischen Leitlinien, Strukturen und Vorgaben des Krankenhausträgers ein.
Dabei arbeitet er interdisziplinär mit Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten, zusammen. Die Arbeit des Sozialdienstes richtet sich in seiner Tätigkeit nach den Empfehlungen und Qualitätsstandard der Deutschen Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen.

vgl. DVSG
 

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)

Schwerstkranke Menschen wünschen sich, zu Hause sterben zu können Die Leistungen der SAPV werden in der Häuslichkeit durch ein spezialisiertes Team aus Ärzten und Pflegefachkräften erbracht, wenn der Hausarzt die SAPV verordnet hat und die Leistungen durch die Krankenkasse genehmigt wurden. Anspruchsvoraussetzung für den Erhalt von SAPV-Leistungen sind das Vorliegen einer aufwändigen Versorgung und eines komplexen Symptomgeschehens. Die Voraussetzungen für den Erhalt von spezialisierten ambulanten palliativen Leistungen sind in der SAPV-Richtlinie des G-BA definiert. Im Rahmen der SAPV steht eine Rund-um-die-Uhr-Rufbereitschaft durch das SAPV-Team zur Verfügung. Die SAPV-Leistung besteht aus vier Teilleistungen, die jeweils einzeln verordnet werden können.

vgl. www.g-ba.de/informationen/richtlinien/

Sterbebegleitung

vgl.ambulanter Hospizdienst

Symptome

Häufige Symptome bei schwerstkranken sterbenden Menschen sind Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Durchbruchschmerz. Abhängig von den jeweiligen Ursachen, dem Allgemeinzustand und den Wünschen des Betroffenen gibt es medikamentöse und interventionelle Behandlungsmöglichkeiten. Diese werden unterstützt durch palliativpflegerische Maßnahmen sowie die psychosoziale Begleitung durch einen ambulanten Hospizdienst. Palliativmediziner und Pflegefachkräfte mit einer Palliative-Care-Ausbildung sind qualifiziert, um den Leidensdruck beim Betroffenen zu lindern und für mehr Lebensqualität zu sorgen.

T

Therapieziel bzw.-änderung

Therapien müssen medizinisch indiziert sein. Behandlungen werden mit einem Therapieziel durchgeführt. Wenn allerdings medizinisch erkannt wird, dass eine Heilung bei einem schwerstkranken und sterbenden Menschen nicht mehr möglich scheint, müssen die mit der Therapie verbundenen und erhofften Ziele geändert und ggf. neu definiert werden. Damit wird die Behandlung aber nicht abgebrochen oder sogar beschränkt, sondern es wird gemeinsam (Arzt, Betroffener, Familienangehörige) versucht, dass das verbleibende Leben so gut wie möglich gelebt werden kann.

V

Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase

Vollstationäre Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe können ihren Bewohnern eine gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase anbieten. Die Inanspruchnahme des Leistungsangebots ist freiwillig und kostenfrei. Die Leistung erfolgt als Beratung und mündet ggf. in einem Beratungsprozess. Hierbei erhalten die Bewohner die Möglichkeit in den Einrichtungen, mit qualifizierten Beratern ihre Werte, Grundhaltungen und Ziele sowie eine für sie passende Versorgung und Behandlung am Lebensende zu reflektieren. Am Ende des Beratungsprozesses ist die Willensäußerung als Ergebnis des Beratungsprozesses zu dokumentieren. Aus der Dokumentation müssen Notärzte und Rettungsdienste in eintretenden Notfall- und Krisensituationen einen schnellen Überblick über die vom Bewohner gewollten Behandlungsvorstellungen ziehen können, um somit im Sinne des Bewohners seinem Willen gerecht zu werden. Patientenverfügungen müssen in einem separaten Dokument erstellt werden und sind vom Bewohner zu unterzeichnen.

W

Weiterbildung - der Ärzte und Pflegefachkräfte

Im Medizinstudium
Die Approbationsordnung für Ärzte sieht die „Palliativmedizin“ mittlerweile als Pflichtlehr- und Prüfungsfach im Rahmen des Medizinstudiums vor. Zudem enthält die (Muster-)Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer bei allen patientennahen Gebieten palliativmedizinische Weiterbildungsinhalte.

vgl. www.bundesaerztekammer.de

Vertragsärzte
Nimmt der Vertragsarzt an der „besonderen qualifizierten und koordinierten palliativ-medizinischen Versorgung“ von schwerstkranken und sterbenden Menschen aller Altersgruppen in der letzten Lebensphase teil, verfügt er über besonders theoretische und praktische Kenntnisse in der Versorgung von Schwerstkranken, die einer allgemeinen Palliativversorgung (vgl.APV)bedürfen. Seine Qualifikation hat er gegenüber seiner zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung angezeigt (z. B. eine 40-stündige Kurs-Weiterbildung in "Palliativmedizin" nach dem (Muster-)Kursbuch Palliativmedizin der Bundesärztekammer).

Häusliche Krankenpflegedienste
Neben der ambulanten Versorgung von Schwerstkranken durch Vertragsärzte ist die Versorgung durch häusliche Krankenpflegedienste von erheblicher Bedeutung. Neben der medizinischen Behandlung finden behandlungspflegerische Maßnahmen (z. B. Symptomkontrolle) statt, die einer ärztlichen Verordnung bedürfen. Zugelassene häusliche Krankenpflegedienste verfügen über Pflegefachkräfte mit der Erlaubnis zur Führung einer der folgenden Berufsbezeichnungen: „Gesundheits- und Krankenpfleger/in“, „Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in“, „Altenpfleger/in“. Pflegedienste, die z. B. die Leistung „Symptomkontrolle“ bei Schwerstkranken im Rahmen der häuslichen Krankenpflege erbringen. Sie verfügen dafür mindestens auch über eine Basisqualifizierung von 40-Stunden im Bereich „Palliative-Care“.

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)
Ärzte, die in einem SAPV-Team tätig sind, verfügen über eine 160-stündige Weiterbildung in "Palliativmedizin" der jeweiligen Landesärztekammer.

Im Rahmen eines SAPV-Teams verfügen die neben den Palliativmediziner tätigen Pflegefachkräfte über die Erlaubnis zum Führen einer der folgenden Berufsbezeichnungen: Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in; Altenpfleger/in. Zudem verfügen sie über den Abschluss einer Palliative Care Weiterbildungsmaßnahme im Umfang von mindestens 160 Stunden.

 

Z

Zuzahlung

Leistungen der Palliativ- und Hospizversorgung sind zuzahlungsfrei.